Israel bereitet Verkaufsverbot von Stopfleber vor

Nachdem die Produktion von Stopfleber bereits im Jahr 2003 verboten wurde, geht Israel nun den nächsten Schritt und wird demnächst ein Gesetz, das auch ihren Vertrieb verbieten wird, unterschreiben. Mit Inkrafttreten dieses Gesetzes ist Israel der zweite Staat weltweit, der den Verkauf illegalisieren wird. Kalifornien hat im Jahr 2012 den Anfang gemacht.

Noch ist das Gesetz nicht unterschrieben, die vorläufigen Abstimmungsergebnisse zeigen allerdings deutlich, was zu erwarten ist: Es gab 59 Stimmen für, und 10 Stimmen gegen dieses Verbot (1). Dov Lipman, Abgeordneter der liberalen Partei Jesch Atid und Verfasser des Gesetzesentwurfs, zeigt sich glücklich. „Ich bin stolz, Teil einer Versammlung zu sein, die sich dazu entschlossen hat, Werte vor Interessen und kurzen Genuss zu stellen. Als Beamter gehört es zu meinen Verantwortungen, mich für die Rechte von Tieren einzusetzen, die vollkommen von uns abhängig sind und nicht für sich selbst sprechen können.“ Er ist sich sicher: „Die Zeit, dieses Nahrungsmittel aus unserem Land zu verbannen, ist gekommen.“ (3)

Hauptargument für das Verbot ist das Leid von Enten und Gänsen, das bei der Herstellung verursacht wird. Der Entwurf betont: „Die Stopfleber ist ein krankes, geschwollenes und überzüchtetes Organ eines Wasservogels (1). Um sie zu erhalten, wird den Vögeln ein Vielfaches von dem verfüttert, was sie unter natürlichen Bedingungen pro Tag zu sich nehmen würden. Diese Zwangsfütterung besteht darin, den Vögeln eine kohlenhydrathaltige Mischung mithilfe eines Rohrs direkt in den Hals zu verabreichen. Die Folgen sind Dysfunktionen der Leber und der Gliedmaßen, Atembeschwerden, Kraftlosigkeit und Angst. Die Vögel, die nicht schon während dieses Vorgangs verenden, werden kurz vor dem Platzen geschlachtet.“

Dass diese Praktiken enormes Leid verursachen, hat nicht nur Israel zur Kenntnis genommen: In Europa gibt es nur noch 5 Länder, in denen die Produktion der Stopfleber erlaubt ist: Frankreich als Marktführer, Ungarn, Bulgarien, Spanien und Belgien. Exportiert wird jedoch in ganze Welt, bis auf Kalifornien und bald Israel. Auch in Deutschland findet sich Stopfleber in den Supermarktregalen. Es bleibt abzuwarten, in welchem Maße Israels Entscheidung Einfluss auf andere Regierungen haben wird. Frankreich stellt hier wohl den größten Gegner da, da Stopfleber dort als Teil des kulturellen und gastronomischen Erbes gilt. Fest steht: Das Umdenken hat erst begonnen.

Quellen